In Treue zu Adolf Kolping
Vor 50 Jahren (1950)
Erstes Stiftungsfest in Siddinghausen
Im Archiv gefunden von Rudolf Klenke (Siddinghausen)
Neu zusammengestellt von:
Stefanie Klenke und Burkhard Kreimeier (beide Siddinghausen)



Siddinghausen.
(Eig. Ber.) Etwa 30 Kolpingsöhne aus Büren haben der Einladung zum Siddinghäuser Stiftungsfest am Sonntag Folge geleistet und erschienen mit ihrer Fahne. Die Siddinghäuser holten ihre Gäste am Bahnhof ab und gingen dann geschlossen in feierlichem Zuge zur Pfarrkirche, wo ein Festhochamt vom Präses Pater Exner zelebriert wurde. Zu Beginn der Festpredigt verlas der Präses ein Glückwunschschreiben, das der Generalpräses der Gesellenvereine, Dr. Ridder, Köln, der Siddinghäuser Kolpingfamilie aus Anlaß des Stiftungsfestes sandte. In der Festpredigt ermahnte der Präses die Kolpingfamilie, stets zusammen zu halten und sich gegenseitig zu unterstützen, als seien sie eine Blutsbruderschaft. Als die Kolpingfamilie geschlossen zum Tische des Herrn ging, bot sie mit ihrem feierlichen Ernst ein ergreifendes Bild. Zum ersten Male ertönte am Sonntag in der Siddinghäuser Kirche der Gesang der Speyerer Domfestmesse, die von der Kolpingfamilie mit Inbrunst gesungen wurde.
Nach dem Hochamt begrüßte Pater Exner die Kolpingsbrüder, die sich in der Gastwirtschaft Gödde-Richter zur gemeinsamen Kaffeetafel versammelt hatten. In der anschließenden Feierstunde übermittelte Altsenior Josef Lüke-Bessen die Grüße der Bürener Kolpingfamilie und sprach über Leben und Werk des Gesellenvaters, Sinn und Gedanke des Kolpingwerks ist, Mittler auf allen Gebieten des Lebens zu sein, wobei Jungkolping, das sind die ledigen Mitglieder von 17 bis 35 Jahren, die Aktivisten sein müssen. Altkolping soll ihnen mit Rat und Tat behilflich sein.

„Euch wurde das Werk Kolpings anvertraut, und wenn ihr gewillt seid, das Bild Kolpings, ein Leben voller Liebe zu Christus, nachzuleben, dann ist es in guten Händen“, sagte Dekanats-Jugendseelsorger, Vikar Papenkordt (Büren) u.a. in der Festandacht am Nachmittag. Schon 85 Jahre ist Adolf Kolping tot, aber sein Werk lebt weiter und findet überall seine Anhänger. Zum Schluß seiner zu Herzen gehenden Predigt wurde das Gebet um die Seligsprechung des Gesellenvaters gesprochen. Der Männerchor des Siddinghäuser Gesangvereins unter Leitung von Lehrer Honigmann verschönte die Andacht mit dem Gesang des Tantum ergo und des Salve Regina.

Das Kolpingsbrüder auch fröhlich sein können, bewiesen die Bürener Gäste mit ihren lustigen Darbietungen beim Familienabend im Saale Ledebur. Die Siddinghäuser überließen am Abend ihren Gästen die Führung und da sie keine Spielverderber sind, machten sie gerne mit. Bald waren Gastgeber und Gäste eine fröhliche Familie, die dem Motto des Abends „Frohsinn und Scherz“ alle Ehre machten. Zwischendurch gab der Siddinghäuser Gesangverein einige Lieder zum Besten; ein Tänzchen nach den Klängen der Siddinghäuser Musikkapelle ließ alle auf ihre Kosten kommen.

Sonntag, dem 30. Juli, 1950



Siddinghausen: - Kolpinggeist zieht in Siddinghausen ein. Großes Interesse bezeugte die katholischen Jungmänner unserer Gemeinde für die von Pater Exner vorgeschlagene Gründung eines Kolpingvereins in Siddinghausen. Bei der Gründungsversammlung wurden bereits 25 Mitglieder für Jungkolping und 5 für Altkolping eingetragen. Weitere Mitgliedsmeldungen liegen noch vor. In den Vorstand wurden gewählt:
Präses: Pater Exner
Senior: Karl-Heinz Herting (bislang Mitglied der Bürener Kolpingfamilie)
Stellvertreter: Ewald Pack
Schriftführer: Anton Gottschalk
Kassierer: Ferdi Evers
In der ersten Generalversammlung am Freitag voriger Woche wurden die Mitglieder u.a. mit den Statuten der Kolpingfamilie vertraut gemacht.



Siddinghausen. - Am Kolpinggedenktag
fand wie angekündigt, die feierliche Aufnahme der hiesigen Kolpingsöhne statt. Nach der Gemeinschaftsmesse mit Generalkommunion der Kolpingfamilie und der Marianischen Jungfrauen-Kongregation war gemeinsame Kaffeetafel bei Gödde-Richter. Dabei wurden 40 Kolping und 25 Altkolping-Mittglieder die Mitgliedsbücher und die Anstecknadel überreicht. An Stelle des bisherigen Seniors Karl-Heinz Herting (Büren), der um Entbindung von seinem Amte gebeten hatte, wurde Ewald Pack, bisher Senior-Stellvertreter, zum Senior gewählt. Vizepräses wurde Anton Dahlhoff. In der Festandacht am Nachmittag wurden 22 Aspirantinnen in die Marianische Jungfrauen-Kongregation feierlich aufgenommen und am Abend ging das Legendenspiel "Genovefa" im Ledeburschen Saale über die Bühne. Das vollbesetzte Haus spendete den verdienten Beifall für die ausgezeichnete Darbietung.

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